





Lange hatte man diese Fangesänge nicht mehr in Bochum gehört… Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön, sowas hat man lange nicht gesehen, hallte es kurz vor dem Abpfiff und nach dem Spiel lautstark bis auf die Castroper Strasse gut hörbar aus dem Ruhrstadion. Und auf dem grünen Rasen feierten unterdessen alle VfL-Kicker diebisch mit allen Fans gemeinsam ihren ersten Heimsieg – dieser sorgte ausnahmlos für glückliche Bochumer Gesichter und für frisches Selbstvertrauen für die nächsten Auftritte auswärts gegen Hoffenheim und zuhause gegen Union Berlin.
Ein hochverdienter 3:1 Sieg stand am Ende auf der Anzeigetafel – für jeden gut und lange sichtbar. Bärenstark an diesem Tag: Matus Bero, der erstmals nach seiner Verletzung wieder von Beginn an spielte, als wenn er nie „weg gewesen“ wäre. Erstmaliger Torschütze, mit jetzt wohl folgender Stammplatzgarantie Patrick Osterhage. Und ein Brasilianer mit Namens Bernado, der mit seinem Wucht-Kopfball auch seine Tor-Premiere feierte und auch hinten alle Angriffe der Wolfsburger gnadenlos wegverteidigte. Natürlich war Manuel Riemann auch wieder der sichere Rückhalt, als er zweimal mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten, gegen die Wölfe, zur Stelle war.

Kapitän Losilla glücklich nach dem Spiel in der Mixed-Zone: „Wir haben lange darauf gewartet auf den ersten Heimsieg. Und ihr seht ja, was hier los ist, wenn wir hier gewinnen und natürlich auch die nächsten Spiele. Wir müssen diese Stimmung jetzt einfach mitnehmen“.
Und Recht hatte Losilla. Coach Thomas Letsch stellte heute seine Truppe bestens gegen schwache Wolfsburger ein. Und auf.
Aber warum war Bochum heute so stark?
Mit Osterhage, Stöger, Losilla und Bero im Mittelfeld, sah man heute endlich einmal wieder technisch feinen Fußball im Ruhrstadion. Kombinationen und Abläufe, die passten. In der Abwehr sorgen ein leidenschaftlich starker Gamboa, ein solider und verlässlicher Masovic, der Monster-Abräumer Schlotterbeck und ein technisch starker Bernado, für einen ausgeglichen Verteidiger-Mix, der das Tor von Manuel Riemann (auch heute wieder in zwei Situationen einfach nur stark) weitgehend zur arbeitsfreien Zone macht…Dazu sorgt der flinke Asano, der manchmal einfach im letzten Moment (noch) die falsche Entscheidung vor dem Tor trifft. Und Philip Hofmann, der auch heute versuchte, endlich wieder ein Pflichtspiel-Tor zu erzielen und alles für das Team einbringt, dass es Spaß macht, dem VfL zuzuschauen.
Zwar sorgte die erste Torchance der Wolfsburger, die direkt zum Anschlusstreffer kurz vor der Pause führte, erneut für kribbelnde Fangefühle, frei nach dem Motto: „Warum kann man nicht einmal beruhigt 2:0 als VfL-Fan in die Pause gehen“. Aber am Ende war es diesmal ein „Happy End“ für den VfL, Mit einem so wichtigen Sieg. Diese Energie und frühes, konsequentes Pressing, muss nun am Freitag gegen Hoffenheim wieder gezeigt werden. Dann wird Bochum in dieser Saison -und diesem starken Kader in der Breite- garantiert nichts mit dem Abstieg zu tun haben…









Fotos: Sebastian Sendlak, Bochum-Journal