Warum einfach, wenn’s auch dramatisch geht? Der VfL Bochum bleibt sich treu – selbst beim ersehnten Befreiungsschlag unter Neu-Trainer Uwe Rösler.
Nach 90 packenden Minuten plus Nachspielzeit und einem Nervenspiel bis zur letzten Sekunde siegte der VfL im Vonovia Ruhrstadion mit 3:2 (2:0) gegen Hertha BSC – und beendete endlich die Serie von sechs Niederlagen. Am Ende zählte nur eins: die pure Erleichterung.
Röslers erster Auftritt – ein emotionaler Volltreffer!
Trainer Uwe Rösler hätte sich sein Debüt kaum intensiver wünschen können. Schon beim Einlaufen war die Energie im Stadion zu spüren. Der neue Coach peitschte seine Mannschaft an, die Fans tobten, und der VfL zeigte sofort: Heute geht’s um alles!
Und tatsächlich – nur 13 Minuten waren gespielt, da fiel das 1:0. Gerrit Holtmann flankt scharf in die Mitte, Herthas Karbownik will klären, trifft aber ins eigene Netz. Eigentor! Die Bude wackelt, Bochum führt – endlich wieder Jubel im Ruhrstadion!
Kurz darauf rettet Keeper Timo Horn mit einer Monster-Parade gegen Reese das 1:0 – und hält seine Mannschaft im Spiel. Danach übernimmt Bochum das Kommando, kämpft, läuft, beißt – genau das, was die Fans sehen wollen.
Onyeka-Show bringt Bochum in Ekstase
In der 32. Minute dann pure Ekstase: Nach einem Ballverlust von Reese schaltet der VfL blitzschnell um. Holtmann treibt den Ball, Hofmann legt quer, Onyeka tanzt Leistner aus – und trifft eiskalt zum 2:0! Was für ein Auftritt des Nigerianers, der heute einfach alles richtig macht.
Hertha wankt, Bochum kämpft. Und auch nach der Pause bleibt der VfL gefährlich. In der 60. Minute ist es wieder Onyeka, der nach starkem Einsatz von Hofmann das 3:0 macht – vermeintlich die Entscheidung!
Aber klar: Ohne Drama geht’s in Bochum nicht!
Doch natürlich – es wäre nicht der VfL, wenn es am Ende nicht nochmal wild würde. Hertha wechselt offensiv, Schuler trifft zum 3:1 (72.), und dann leistet sich der VfL den Klassiker: ein völlig überflüssiger Elfmeter! Wittek bringt Reese im Strafraum zu Fall, der verwandelt selbst (80.). Plötzlich steht’s nur noch 3:2 – und die Nerven liegen blank.
In den letzten Minuten schwimmen die Bochumer, Hertha drückt – doch Horn wächst über sich hinaus. Seine Glanzparade in der 89. Minute gegen Gechter rettet den Sieg. Nach acht Minuten Nachspielzeit ist es endlich vorbei – und das Stadion explodiert!
Befreiung pur – Bochum lebt wieder!
Dieser Sieg war nichts für schwache Nerven, aber genau das, was die Mannschaft und die Fans gebraucht haben. Ein Spiel mit allem, was den VfL ausmacht: Herz, Chaos, Leidenschaft – und am Ende dieser unbeschreibliche Moment, wenn der Abpfiff ertönt die Fan- Kehlen „Bochum!“ schreien.
Uwe Rösler jubelt, die Spieler fallen sich in die Arme – und ganz Bochum atmet auf. Der VfL ist zurück. Mit Drama, mit Kampf, mit Emotion. Aber eben auch mit drei Punkten.
Warum einfach, wenn’s auch auf Bochumer Art geht? Am Ende zählt nur eins: Befreiung!
Foto: Sebastian Sendlak