Und es geht weiter. Der VfL Bochum hat am Sonntagnachmittag nicht nur drei Punkte aus Braunschweig entführt – er hat ein Statement gesetzt. Mit einem 2:0-Sieg gegen die Eintracht zeigt die Rösler-Elf, dass sie im Abstiegskampf nicht nur mitspielt, sondern mit Herz und Hirn dagegenhält.
Erste Viertelstunde: Bochum wie aus dem Lehrbuch
Die Partie begann wie gemalt für die Gäste. Bochum presste, kombinierte, konterte – und belohnte sich früh. Benjamin Lenz stieg nach einer Ecke in der 7. Minute am höchsten und köpfte zur Führung ein. Die Braunschweiger waren überrumpelt, Bochum im Rausch.
„Wir haben in der ersten Viertelstunde genauso gespielt, wie wir das wollten“, lobte Cheftrainer Uwe Rösler später. „Wir sind super in unsere Umschaltaktionen gekommen, hatten Aktionen sowohl über die rechte als auch über die linke Seite.“
Dann der Bruch – Braunschweig drückt, Bochum taumelt
Doch nach dem Traumstart verlor der VfL den Faden. Die Eintracht übernahm das Kommando, schnürte Bochum phasenweise ein. Rösler gestand: „Danach haben wir 30 Minuten lang unterirdisch gespielt. Braunschweig hat es uns heute unheimlich schwer gemacht. Kompliment an die Eintracht, sie haben alles gegeben.“
Halbzeit als Wendepunkt – Rösler stellt um
In der Kabine fand der Coach offenbar die richtigen Worte – und die passende Taktik. „Die Halbzeit hat uns heute geholfen. Wir haben taktisch etwas umgestellt, standen dadurch auch kompakter“, erklärte Rösler. Und tatsächlich: Bochum kam wie verwandelt aus der Pause
Onyeka eiskalt – Horn heldenhaft
In der 73. Minute war es dann Francis Onyeka, der nach einem blitzsauberen Konter zum 2:0 einschob. Braunschweig warf alles nach vorn, doch Bochum hielt dagegen – und Keeper Timo Horn parierte in der Nachspielzeit sogar noch einen Elfmeter von Ujah.
„Ich hatte das Gefühl, dass jeder Spieler bis ans Maximum gegangen ist“, so Rösler. „Das sind unsere Prinzipien. So gewinnst du Spiele.“
Glück? Ja – aber verdient! „
Wir hatten noch Chancen, am Ende aber auch das Quäntchen Glück, das wir in den Wochen zuvor nicht hatten“, gab Rösler offen zu. „Aber das kommt nicht aus heiterem Himmel – das haben wir uns erarbeitet.“
Bochum klettert, Braunschweig zittert
Mit dem Sieg springt der VfL auf Rang 13 – und lässt die Abstiegsränge hinter sich. Braunschweig hingegen steckt weiter tief im Keller fest.
Ein Spiel mit allem, was das Fußballherz höher schlagen lässt: Tempo, Drama, Leidenschaft – und ein Bochumer Team, das sich endlich belohnt.