VfL fegt Greuther Fürth mit 3:0 vom Platz

Der VfL Bochum hat in Fürth ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt und die SpVgg Greuther Fürth auswärts mit 3:0 besiegt.

Für die Gastgeber geriet der Nachmittag im Sportpark Ronhof zu einem Albtraum, für die mitgereisten Bochumer Fans dagegen zu einer blau-weißen Fußballparty.

Vom Anpfiff an war spürbar, dass der VfL an diesem Tag nichts dem Zufall überlassen wollte: aggressiv im Pressing, konsequent in den Zweikämpfen und eiskalt im Abschluss.

Bereits nach wenigen Minuten setzte Bochum das erste dicke Ausrufezeichen. Eine scharf getretene Standardsituation segelte in den Strafraum der Fürther, die Defensive der Gastgeber wirkte unsortiert, einen Augenblick zu spät in der Reaktion. Der VfL hingegen war hellwach.

In der 9. Minute brachte Ibrahima Sissoko die Gäste nach Freistoss von Ex-Fürther Maximilian Wittek in Führung. Die frühe Führung und der erste Jubelorkan im Gästeblock waren perfekt. Während auf den Rängen in Blau und Weiß ausgelassen gejubelt wurde, schlich nach und nach eine bedrückende Stille durch die Fürther Kurven.

Doch Bochum hatte damit längst nicht genug. Nur 4 Minuten später erzwang Sissoko durch einen Eckstoss auf 0:2.

Spätestens jetzt hatten die Bochumer die Begegnung komplett in der Hand, während Fürth wie gelähmt wirkte.

Der dritte Treffer war sinnbildlich für den Nachmittag der Kleeblätter. Ein kapitaler Fehler im Spielaufbau der Gastgeber eröffnete Bochum erneut die Möglichkeit zum schnellen Umschaltspiel. Ein langer Ball, eine unzureichende Klärungsaktion, und im Strafraum lauerte genau dort, wo Stürmer Philipp Hofmann stehen muss. Er reagierte blitzschnell und staubte eiskalt ab. Drei Tore in nicht einmal zwanzig Minuten – der VfL agierte in dieser Phase wie ein Spitzenteam, das gnadenlos jede Schwäche des Gegners ausnutzt.

Während die Fürther Defensive immer wieder ins Schwimmen geriet und von einem Fehler in den nächsten stolperte, spielte Bochum abgeklärt und reif.

Deutlich spürbar war der Kontrast auch auf den Rängen. Im Bochumer Block wurde durchgesungen, gehüpft und gefeiert, als stünde ein Aufstiegsspiel an. Jeder gewonnene Zweikampf wurde bejubelt, jede Grätsche mit Applaus bedacht, jedes Tor frenetisch gefeiert. Auf der anderen Seite machte sich im Laufe der Partie zunehmend Frust breit. Bereits zur Halbzeit mischten sich erste Pfiffe unter den Applaus der Fürther Fans, nach dem Schlusspfiff war die Stimmung dann endgültig gekippt. Während die Heimelf bedrückt vor ihrer Kurve stand, hallten die „Auswärtssieg!“-Gesänge der Bochumer Anhänger durch den Ronhof.

An der Seitenlinie war unschwer zu erkennen, wie wichtig dieser Auftritt für den VfL ist. Der Bochumer Trainerstab sah seine Mannschaft, die vom ersten Moment an mit voller Überzeugung auftrat, körperlich präsent und mental scharf. Standards sorgten permanent für Gefahr, der Mittelblock nahm dem Gegner die Luft zum Atmen, und im Strafraum stand mit dem Bochumer Stürmer ein Vollstrecker, der genau wusste, wohin mit dem Ball. Es war die Art von Fußball, die man im Ruhrgebiet sehen will: ehrlich, robust, leidenschaftlich – und diesmal auch gnadenlos effektiv.

Sportlich bedeutet dieser 3:0-Erfolg für Bochum deutlich mehr als drei Punkte. Der VfL tankt Selbstvertrauen, zumal mit Fürth ein direkter Konkurrent im Tabellenkeller mehr als deutlich in die Schranken gewiesen wurde. Das Signal an die Liga ist klar: Mit diesem VfL ist wieder zu rechnen.

Mittwoch geht es schon im DFB-Pokal gegen Stuttgart weiter.