Drei Tore, ein Punkt gegen Darmstadt: So muss sich der VfL nicht fürchten

Bochum zeigt zum Rückrundenstart Mentalität – in dieser Form muss sich der VfL keine Sorgen machen!

Sechs Tore, jede Menge Tempo, wilde Szenen – und am Ende ein Punkt, der sich für die Bochumer wie ein kleines Ausrufezeichen anfühlt. VfL-Fans atmen durch. Ein geglückter Start.

Beim 3:3 gegen Aufstiegsanwärter Darmstadt 98 zeigte der VfL, dass er in dieser Verfassung in der 2. Bundesliga nicht gegen den Abstieg zittern muss. Die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler kam gleich zweimal zurück, ließ sich von Rückschlägen nicht brechen – und verdiente sich das Remis vor 24.922 Zuschauern. Am Ende war sogar noch mehr möglich…

Schon früh ging es rasant los: Darmstadt traf durch Fraser Hornby zur Führung, doch Bochum antwortete sofort – Francis Onyeka stellte auf 1:1.

Danach drehte der VfL die Partie sogar komplett: Philipp Hofmann brachte die Bochumer mit seinem Treffer zum 2:1 in Front. Aber Darmstadt blieb gefährlich und schlug vor der Pause zurück – Isac Lidberg sorgte für das 2:2.

Nach dem Seitenwechsel waren die Bochumer lange das aktivere Team, kassierte aber erneut den Nackenschlag: Ein unglückliches Eigentor von Leandro Morgalla bescherte den Hessen das 2:3. Doch auch das steckte der VfL weg – und schlug in der Schlussphase zurück. Der eingewechselte Neuzugang Callum Marshall erzielte bei seinem Bochum-Debüt den umjubelten Ausgleich.

Und Trainer Rösler zeigte sich nach der Partie insgesamt zufrieden – und machte deutlich, wie wichtig dieser Auftritt nach der kurzen Vorbereitung war:
„Wir wussten vor dem Spiel nicht, wo wir stehen. Wir hatten nur ein Testspiel und wussten nicht, was wir im Tank haben. Zu 80 Prozent haben wir heute das gemacht, was wir zeigen wollten. Das war sehr, sehr gut“, sagte der VfL-Coach. Bochum sei „insgesamt die bessere Mannschaft“ gewesen, auch wenn ihn ein Moment besonders ärgerte: „Das dritte Gegentor ärgert mich aber total. Darüber müssen wir reden. In der ersten Viertelstunde haben wir es nicht geschafft, die Darmstädter Flanken von der Seite zu stoppen.“

Genau diese Zuversicht ist in Bochum gerade spürbar. Der VfL wirkt stabil, mutig und vor allem widerstandsfähig – selbst nach Rückständen.

Bei aller Moral und Wucht nach vorne – hinten war der VfL an diesem Tag nicht sattelfest. Drei Gegentore, die man in dieser Liga so nicht herschenken darf. Das war alles andere als sauber verteidigt und genau der Punkt, an dem Uwe Rösler schnell nachschärfen muss. Denn klar ist auch: Mit solchen Abstimmungsproblemen wird’s gegen eiskalte Gegner richtig gefährlich. Nächste Woche gehts nach Elversberg, danach kommt der FC Schalke ins Ruhrstadion. Alles andere, als einfache Gegner…

Foto: Sebastian Sendlak