Abschied und starkes 1:1 gegen Hannover: VfL blickt nach großem Umbruch nach vorne

Das Vonovia-Ruhrstadion wurde heute zur großen Abschiedsbühne. Beim letzten Heimspiel der Saison sagte der VfL Bochum nicht einfach nur „Tschüss“ – es wurde emotional, laut und ziemlich besonders.

Vor den eigenen Fans verabschiedete der VfL gleich elf Profis. Elf Spieler, elf Geschichten, elf Kapitel, die heute -zumindest zuhause- schon einmal endeten.

Doch der Nachmittag hatte nicht nur Abschiedsschmerz zu bieten. Auf dem Rasen zeigte Bochum gegen Aufstiegskandidat Hannover 96 noch einmal ein richtig gutes Spiel. Das 1:1 fühlte sich nicht wie ein müder Saisonabschluss an, sondern wie ein Zeichen: Dieser VfL hat weiter Lust auf Fußball.

Besonders bitter und schön zugleich: Farid Alfa-Ruprecht, einer der verabschiedeten Spieler, wurde zum Mann des Tages. Als Joker kam er rein – und traf zum umjubelten Ausgleich. Ein Treffer, wie ihn nur der Fußball schreiben kann: Abschiedsspiel, große Emotionen, ein letzter Jubel vor der Ostkurve.

Doch ganz ohne Sorgen ging dieser Nachmittag nicht zu Ende. Die Verletzung von Mats Pannewig überschattete die Partie. „Es sah nicht gut aus“, sagte Trainer Uwe Rösler später. Eine genaue Diagnose gibt es noch nicht, am Montag soll ein MRT Klarheit bringen. Im besten Fall verpasst Pannewig nur das letzte Saisonspiel beim Karlsruher SC. Im schlimmsten Fall aber droht ein längerer Ausfall – und das wäre mit Blick auf die neue Saison ein herber Rückschlag.

Genau dort richtet sich jetzt der Blick hin: nach vorne. Der Sommer wird spannend, vielleicht sogar richtungsweisend. Mit elf verabschiedeten Profis steht der VfL -mal wieder- vor einem großen Umbruch. Neue Gesichter werden kommen, neue Rollen müssen verteilt werden, neue Hoffnung soll wachsen. Die Recruting Abteilung arbeitet bereits auf Hochtouren.

Die VfL-Fans werden genau hinschauen. Denn in Bochum braucht es weiterhin keine großen Sprüche, sondern Spieler, die arbeiten, kämpfen und das Trikot fühlen.

Nach diesem emotionalen und verdienten 1:1 gegen Hannover bleibt ein Mix aus Wehmut, Stolz und Neugier. Der VfL verabschiedet viele bekannte Gesichter – und öffnet gleichzeitig die Tür für einen neuen Anfang.

Fotos: Sebastian Sendlak