Bochum dreht am Ende noch einmal auf: Drei Transfers, die dem VfL Hoffnung machen
Was war das bitte für ein Transfer-Endspurt beim VfL Bochum?
Lange Zeit hatte man das Gefühl, dass sich beim VfL in diesem Sommer nur wenig bewegt. Doch dann ging plötzlich alles ganz schnell. Innerhalb kürzester Zeit holte Bochum Sean Klaiber, Charlie Patiño und Jarne Steuckers – drei Spieler, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber eines gemeinsam haben: Sie sollen dem VfL genau dort helfen, wo es zuletzt geklemmt hat.
Und ganz ehrlich: Nach diesem Saisonstart ist dies auch immens wichtig.
Denn die ersten Spiele haben bei vielen VfL-Fans nicht gerade für Euphorie gesorgt. Zu wenig Kreativität, zu wenig Durchschlagskraft und teilweise fehlte auch die nötige Ruhe im Spiel. Umso wichtiger war es, dass die Verantwortlichen nicht einfach die Hände in den Schoß gelegt haben.
Stattdessen wurde auf den letzten Metern noch einmal richtig gearbeitet.
Sean Klaiber – einer, der weiß, wie Fußball funktioniert

Beginnen wir mit einem Spieler, der vor allem eines mitbringt: Erfahrung.
Sean Klaiber ist 32 Jahre alt und hat in seiner Karriere schon einiges erlebt. Eredivisie, Ajax, Brøndby, internationale Wettbewerbe – der Niederländer ist definitiv kein Spieler, der sich im Profifußball noch beweisen muss.
Und genau deshalb kann er für Bochum enorm wichtig werden.
Denn die junge Mannschaft braucht nicht nur Talente. Sie braucht auch Spieler, die in schwierigen Situationen den Kopf oben behalten. Spieler, die nicht nervös werden, wenn es nach einer Niederlage einmal richtig ungemütlich wird.
Klaiber kann genau so einer sein.
Er hat mit Ajax Amsterdam Meisterschaften gefeiert, internationale Spiele bestritten und kennt den Druck, der auf einem ambitionierten Verein liegen kann. Gleichzeitig ist er auf den Außenpositionen flexibel einsetzbar.
Gerade nach der Verletzung von Jean Manuel Mbom kommt seine Verpflichtung deshalb zur richtigen Zeit.
Natürlich darf man von einem 32-Jährigen keine Wunderdinge erwarten. Klaiber wird nicht plötzlich jedes Problem des VfL lösen.
Aber vielleicht muss er das auch gar nicht.
Vielleicht reicht es schon, wenn er hinten für etwas mehr Ordnung sorgt, seine Erfahrung an die jüngeren Spieler weitergibt und in den entscheidenden Momenten einfach da ist.
Und genau solche Spieler können in einer langen Zweitligasaison Gold wert sein.
Charlie Patiño – das Arsenal-Talent auf der Suche nach seinem nächsten Schritt
Dann wäre da Charlie Patiño.

Bei diesem Namen dürften bei einigen Fußballfans die Ohren klingeln. Denn Patiño ist nicht irgendein 22-jähriger Mittelfeldspieler.
Er wurde beim FC Arsenal ausgebildet und galt dort lange als großes Talent. Er durchlief die Nachwuchsmannschaften des Londoner Traditionsvereins und schaffte schließlich sogar den Sprung zu den Profis.
Danach ging es für ihn nach Blackpool und Swansea in die Championship, ehe er nach Spanien zu Deportivo La Coruña wechselte.
Das Spannende: Patiño ist gerade einmal 22 Jahre alt und hat trotzdem bereits eine Menge Profierfahrung gesammelt.
Und genau deshalb könnte dieser Transfer für Bochum richtig interessant werden.
Denn der VfL braucht im Mittelfeld jemanden, der nicht nur den Ball irgendwie nach vorne bringt. Bochum braucht einen Spieler, der den Ball haben will.
Einen, der sich auch unter Druck anbietet.
Einen, der den Kopf hebt und einen Pass spielt, den vielleicht nicht jeder sieht.
Patiño könnte genau dieser Spieler sein.
Natürlich gibt es auch Fragezeichen. Sein Weg verlief zuletzt nicht ganz geradlinig, und auch bei Deportivo war er nicht durchgehend Stammspieler. Aber vielleicht ist genau das die Chance für Bochum.
Patiño bekommt hier die Möglichkeit, sich wieder in den Mittelpunkt zu spielen.
Und der VfL bekommt im Gegenzug einen jungen Spieler mit enormem Potenzial.
Wenn das funktioniert, könnte Patiño einer der spannendsten Transfers des Sommers werden.
Und dann kam Jarne Steuckers

Und dann kam der Deadline Day.
Als viele wahrscheinlich schon dachten, dass Bochum mit Klaiber und Patiño durch ist, legte der VfL noch einmal nach.
Jarne Steuckers kommt vom KRC Genk.
Und bei diesem Transfer darf man durchaus ein bisschen Vorfreude verspüren.
Der 24-jährige Belgier ist offensiv flexibel, technisch stark und bringt vor allem etwas mit, das Bochum zuletzt dringend gebraucht hat: Kreativität.
Steuckers kann auf den Außenbahnen spielen, aber auch zentral hinter der Spitze. Er ist Linksfuß und kann mit seiner Technik und seinem Spielverständnis Situationen kreieren, die andere Spieler vielleicht gar nicht erst sehen.
Und seine Zahlen machen durchaus Hoffnung.
Für St. Truiden und Genk kommt er auf insgesamt 108 Erstligaspiele in Belgien. Dabei gelangen ihm 14 Tore und 22 Vorlagen.
Noch interessanter wird es, wenn man auf seine internationale Erfahrung schaut.
In der vergangenen Saison spielte Steuckers mit Genk in der Europa League und kam dort in zehn Begegnungen zum Einsatz. Fünf Vorlagen standen am Ende für ihn zu Buche.
Das zeigt: Der Junge hat nicht nur Talent. Er hat bereits auf einem ordentlichen Niveau bewiesen, dass er Spiele beeinflussen kann.
Und genau das ist es, was Bochum braucht.
Endlich wieder jemand für die besonderen Momente?
Hand aufs Herz: Wie oft haben wir beim VfL in den vergangenen Monaten Spiele gesehen, bei denen vorne einfach die zündende Idee gefehlt hat?
Jetzt gibt es keine Ausreden mehr
So schön die drei Transfers auch klingen – am Ende zählt natürlich nur eines: Was passiert auf dem Platz?
Spielerprofile, Vergangenheit und Statistiken bringen keine Punkte.
Jetzt muss Uwe Rösler daraus eine funktionierende Mannschaft formen. Die Neuzugänge müssen sich integrieren, die etablierten Spieler müssen ihre Leistung bringen und vor allem muss der VfL endlich wieder das zeigen, was man sich von dieser Mannschaft erhofft.
Denn eines ist klar:
Der VfL hat mit diesen Transfers noch einmal Hoffnung gekauft.
Keine Garantie.
Keinen Aufstiegsplatz.
Aber Hoffnung.
Und vielleicht war genau das nach diesem Saisonstart das Wichtigste.
Klaiber soll hinten aufräumen.
Patiño soll im Mittelfeld für Ordnung und Ideen sorgen.
Und Steuckers soll vorne den Unterschied machen.
Jetzt liegt der Ball bei der Mannschaft.
Und ganz ehrlich, liebe VfL-Fans:
Nach diesem Transfer-Endspurt darf man wieder ein bisschen träumen.
Denn Bochum hat sich auf den letzten Metern noch einmal richtig verstärkt.
Jetzt wollen wir sehen, was daraus wird.
Fotos: VfL Bochum 1848