IN UNTERZAHL ZUM ERFOLG: VFL BEHAUPTET SICH IM POKAL-FIGHT VON FÜRTH!

Es sind genau diese Pokalnachmittage, die ein Trainer am Ende mit zwei völlig unterschiedlichen Gefühlen verlässt. Auf der einen Seite steht das nackte Ergebnis: Ein 2:1-Auswärtssieg bei der SpVgg Greuther Fürth, das Ticket für die 2. Runde im DFB-Pokal ist gebucht, die Pflicht erfüllt.

Doch fühlten sie sich streckenweise an wie ein Pyrrhussieg – denn der medizinische Tross des VfL hatte heute fast genauso viel Meter gemacht wie die Mittelfeldzentrale.

Der Nachmittag hatte so verheißungsvoll begonnen. Die Mannschaft von Uwe Rösler trat abgeklärt auf, nutzte ihre Chancen eiskalt und schien das Geschehen auf dem Rasen im Griff zu haben. Doch die erste Hiobsbotschaft ließ nicht lange auf sich warten.

Das Lazarett füllt sich im Minutentakt

Es lief die 36. Spielminute, als Oliver Olsen nach einem harten Zweikampf am Boden liegen blieb. Der Däne signalisierte sofort, dass es nicht weitergeht. Coach Rösler reagierte und brachte Jean-Manuel Mbom in die Partie. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, welche Dramatik diese Personalie im weiteren Verlauf annehmen sollte.

Bochum spielte die Partie zunächst routiniert herunter. Rasmussen traf vor der Pause, Hofmann legte nach etwas mehr als einer Stunde nach. Alles sah nach einem souveränen Arbeitssieg aus. Doch ab der 74. Minute wendete sich das Blatt organisatorisch wie personell.

Zunächst erwischte es Maximilian Wittek. Nach einem harten Einsteigen blieb der Linienspieler mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Ein Tritt auf die Wade, der Muskel machte sofort dicht – Wittek musste humpelnd vom Feld. Rösler wechselte erneut, versuchte die Ordnung zu halten.

Drama in der Schlussphase: Unterzahl trotz Ausschöpfung

Die echte Härteprüfung folgte jedoch in den dramatischen Schlussminuten. Ausgerechnet der eingewechselte Mbom verletzte sich in der Hektik der Fürther Schlussoffensive schwerer. Das Bittere an der Situation: Das Auswechselkontingent des VfL war zu diesem Zeitpunkt bereits komplett ausgeschöpft. Mbom versuchte mit aller Macht, auf den Platz zurückzukehren, um seinen Teamkollegen zu helfen, doch es ging schlichtweg nicht mehr. Hinter dem eigenen Tor musste er von den Betreuern gepflegt werden.

So zitterte sich der VfL in den letzten Minuten in Unterzahl durch die Nachspielzeit, während die Mittelfranken noch einmal alles nach vorne warfen. Am Ende hielt das Abwehrbollwerk der Blau-Weißen leidenschaftlich stand.

Der Einzug in die nächste Runde ist perfekt, doch die Sorgenfalten bei Uwe Rösler dürften vor den kommenden Aufgaben in der Liga tief sein. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Diagnosen bei Olsen, Wittek und Mbom in den nächsten Tagen als weniger gravierend herausstellen als die Szenen auf dem Rasen vermuten ließen.

Schon am Freitag geht’s in der Liga gegen Tabellenschlusslicht Osnabrück weiter! Bleibt zu hoffen, dass die heute lädierten Bochumer Stars rechtzeitig wieder fit werden…