Hüpfverbot auf den Rängen,  Stillstand auf dem Rasen.

0:1 gegen Arminia Bielefeld! Während auf den Tribünen das umstrittene Hüpfverbot für Aufregung sorgt, herrscht auf dem Rasen nach langer Länderspielpause erschreckender Stillstand.

Die Offensive bleibt harmlos, die Bochum Fans reagieren enttäuscht – und Trainer Uwe Rösler findet nach dem nächsten Rückschlag deutliche Worte.

Was ist bloß mit diesem VfL los?

Wieder kein Heimsieg, wieder kein Tor, wieder lange Gesichter an der Castroper Straße!

Ausgerechnet die Ostwestfalen, die zuvor in dieser Saison auswärts noch keinen einzigen Punkt geholt hatten, feiern im Ruhrstadion ihren ersten Erfolg in der Fremde.

Für Bochum dagegen wird die eigene Festung immer mehr zum Sorgenkind:

Vier Heimspiele, nur ein Punkt, drei Niederlagen! Von der erhofften Heimstärke ist kaum etwas zu sehen

Viel Ballbesitz, null Durchschlagskraft: Bochums Angriff macht Sorgen!

Dabei beginnt der VfL durchaus engagiert. Die Mannschaft von Coach Uwe Rösler hat mehr Ballbesitz, kontrolliert über längere Phasen das Geschehen und versucht, die kompakte Bielefelder Defensive auseinanderzuziehen.

Doch genau hier liegt das Problem: Bochum spielt, Bochum kombiniert – aber Bochum wird kaum gefährlich!

Philipp Hofmann arbeitet, kämpft und reibt sich in den Zweikämpfen auf. Wirkliche Torgefahr? Fehlanzeige!

Koji Miyoshi, zuletzt einer der Hoffnungsträger, wird von den Bielefeldern weitgehend aus dem Spiel genommen. Christian Rasmussen findet nur selten Lösungen. Auch Nachwuchshoffnung Tom Meyer kann diesmal keine entscheidenden Akzente setzen.

Nach sieben Spieltagen hat Bochum lediglich fünf Treffer erzielt – die schwächste Offensive der Liga!

Dann der Schock für Bochum!

In der 64. Minute bringt Arminia-Trainer Oliver Kirch Benjamin Boakye ins Spiel. Acht Minuten später steht der Joker bereits im Mittelpunkt einer höchst umstrittenen Szene.

78. Minute: Joel Grodowski setzt sich auf der linken Seite durch und bedient Boakye. Der Joker vollstreckt zum 0:1!

Ausgerechnet der Spieler, der wenige Minuten zuvor möglicherweise hätte vom Platz fliegen müssen, wird zum Matchwinner.

Bochum ist geschockt!

Berkan Taz hat in der 83. Minute noch den Ausgleich auf dem Fuß, setzt seinen Schuss jedoch knapp neben das Tor.

Danach ist Schluss. Bielefeld jubelt, Bochum bleibt fassungslos zurück.

Rösler rechnet ab: Zu langsam, zu behäbig, zu harmlos!

Nach dem Abpfiff nimmt VfL-Trainer Uwe Rösler kein Blatt vor den Mund.

Seiner Mannschaft bescheinigt er einen viel zu behäbigen Auftritt. Zu viele Spieler hätten lediglich durchschnittliche Leistungen abgerufen.

Besonders ärgert sich der Coach über die fehlende Kreativität gegen die kompakte Bielefelder Fünferkette.

Für Rösler steht fest: Zwei gute Torchancen reichen in einem solchen Heimspiel schlicht nicht aus.

Auch die umstrittene Szene vor dem Gegentor beschäftigt ihn. Aus seiner Sicht hätte Arminia nach der Aktion gegen Wittek in Unterzahl weiterspielen müssen.

Doch allein dem Schiedsrichter die Schuld zu geben, wäre zu einfach.

Denn auch Bochums Kapitän Timo Horn spricht das eigentliche Problem offen an. Die Mannschaft habe zwar eine bessere Spielanlage und mehr Kontrolle als in der vergangenen Saison, mache daraus aber viel zu wenig.

Die Botschaft ist eindeutig: Schön spielen allein bringt keine Punkte!

Kurioses Hüpfverbot – und am Ende gibt es ohnehin nichts zu feiern!

Für zusätzliche Aufregung sorgt das Geschehen auf den Rängen.

Erstmals gilt im Ruhrstadion das behördlich angeordnete Hüpfverbot für die Ostkurve. Hintergrund sind Untersuchungen, nach denen gemeinsames rhythmisches Springen Schwingungen auslösen kann.

Die Tragfähigkeit der Tribüne steht dabei nach Angaben des Vereins nicht infrage.

Das Verbot stößt bei zahlreichen Bochum Fans dennoch auf Unverständnis. Die Ultras kritisieren die Maßnahme scharf.

Die bittere Ironie dieses Nachmittags: Während die Fans nicht gemeinsam hüpfen sollen, kommt ihre Mannschaft sportlich einfach nicht in Schwung.

Platz zwölf! VfL muss jetzt aufpassen

Sieben Spieltage sind absolviert. Die Bilanz des VfL ist ernüchternd:

Zwei Siege, ein Unentschieden, vier Niederlagen. Gerade einmal sieben Punkte bedeuten Tabellenplatz zwölf.

Noch ist die Saison jung. Doch wer zu Hause regelmäßig Punkte liegen lässt und offensiv kaum Lösungen findet, muss seinen Blick zwangsläufig nach unten richten.

Jetzt wartet der Betzenberg – wird es noch ungemütlicher?

Viel Zeit zum Grübeln bleibt nicht.

Bereits am kommenden Samstag wartet mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern die nächste unangenehme Aufgabe.

Auf dem Betzenberg wird Bochum eine andere Leistung benötigen, wenn die Mannschaft nicht weiter in der Tabelle abrutschen will.

Für Trainer Rösler wird es nun darauf ankommen, endlich Lösungen für die erschreckende Harmlosigkeit seiner Offensive zu finden.

Denn eines steht fest: Die Geduld der VfL-Fans ist nicht grenzenlos.

Und während Arminia Bielefeld mit drei Punkten im Gepäck nach Ostwestfalen zurückkehrt, bleibt beim VfL Bochum vor allem eine bedrückende Erkenntnis:

Das größte Problem an der Castroper Straße ist derzeit nicht das Hüpfverbot auf den Rängen – sondern der Stillstand auf dem Rasen!